r The Uprising
Paul Greengrass, GB, Allemagne, USA, 2026o
L'Angleterre à la fin du XIVe siècle : après la grave épidémie de peste, un fléau provoqué par l'homme s'abat sur les paysans des environs de Londres. Les percepteurs du très jeune roi Richard II pressurent jusqu'à la dernière goutte ces gens affamés. Un paysan anonyme se rebelle ; cette révolte spontanée se transforme en une marche vers Londres, à laquelle se joignent des milliers de personnes. Va-t-on vers une révolution ? Ou bien le jeune roi prêtera-t-il une oreille attentive à la souffrance de ses sujets et parviendra-t-il à s'imposer face à ses conseillers sans scrupules ? – D'après des faits historiques.
Das Gegenstück zu den zahllosen «grossen Kriegen» zwischen den europäischen Machthabern seit dem Mittelalter waren die ebenso häufigen Kleinkriege der Machtlosen gegen die Mächtigen: die Aufstände verzweifelter Bauern und Leibeigener gegen ihre Herren, all die spontanen Bitt- und Waffengänge des hungernden Landes gegen satte Schlösser, Klöster, Städte und deren brutale Steuereintreiber. Eines der bekanntesten dieser Uprisings ist der englische Bauernaufstand von 1381, bei dem sich die Provinzen um London gegen die Hauptstadt zusammentaten und unter Anführung eines Predigers und eines Ex-Söldners bis zum Tower marschierten, wo sich der 14jährige König Richard II mangels Truppen verschanzte - letztere waren gerade in Frankreich beschäftigt. Der englische Regisseur Paul Greengrass, am bekanntesten von seinen drei atemlosen Actionfilmen um den Agentensolitär Jason Bourne, hat diesen Aufstand gegen die allgegenwärtige Ungerechtigkeit der feudalen Gesellschaftsordnung mit Wucht und einigen der historisch belegten Intrigen nachinszeniert, zudem um die legendenhafte Geburt Robin Hoods aus dem Geist der Revolte erweitert. Andrew Garfield, zweifacher Spider Man und anrührender Held von Melos wie Breathe oder We Live in Time, gibt diesen noch namenlosen Bauern als Revolutionär wider Willen, der den König von korrupten Mentoren umzingelt glaubt. Dieses verängstigte Kind mit Krone wiederum ist die einzige offensichtliche Schwachstelle des Films, weil es gleich zweimal unmotiviert das Gesicht wechseln musss, damit Greengrass’ Plot aufgeht. Im Übrigen aber bekommen wir eine sehr lebhafte Anschauung davon, was es in vormodernen Zeiten hiess, ein Nobody oder ein Somebody zu sein. Heute haben wir «Postmaterialist:innen» Weltuntergangsängste wegen unseres exzessiven Materialismus, damals war die materielle Not die täglich gelebte Apokalypse.
Kerstin BlankGalerie photoso
